Urlaub mit dem E-Auto – Traum oder Albtraum?

Erstes Elektromotorentreffen von Hennef Power

Die Idee von Marcus Brühl und Caspar Armster ist aufgegangen: Die beiden Vereinsmitglieder wollten ein regelmäßiges Treffen für elektrisch betriebene Fahrzeuge in Hennef etablieren – und bereits zur Premiere füllten knapp 20 E-Autos den Parkplatz und rund 30 Besucher das Funkens.

Zum Einstieg des Elektromotorentreffs hielten die beiden einen unterhaltsamen Kurzvortrag zum Thema „Urlaub mit dem E-Auto – Traum oder Albtraum?“, bei dem sie einen gelungen Mix aus eigener Reiseerfahrung und Fakten rund um E-Autos vortrugen. Dazu wiesen sie zum Beispiel auf die typische Ladekurve hin, weshalb sich das Leerfahren eines Elektroautos immer lohnt.

Nach einer Fragerunde des interessierten Publikums ging es dann auf den Parkplatz, wo sich über die Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge und praktischen Erfahrungen ausgetauscht wurde. Das Konzept der beiden kam damit sichtbar gut an.

Wir empfehlen daher unbedingt, das nächste Treffen am 9. September schon mal vorzumerken – dann wird es um den Dschungel an Ladekarten gehen.

Kita Süchterscheid erhält Balkonkraftwerk

Mit einem neuen Steckersolargerät (Balkonkraftwerk) kann die Kindertagesstätte in Süchterscheid ab sofort ihre Stromrechnung spürbar entlasten. Vermittelt von Hennef Power e. V. hat die SW-SmartSolar GmbH den „Kleinen Strolchen“ zwei Photovolatik-Module nebst erforderlicher Technik gestiftet und auf dem Dach des Gartenhäuschens im Außenbereich der Einrichtung installiert. Die Kinder erleben so praktisch, wie dank der Anlage jetzt kostenlos Strom „geerntet“ werden kann.

Zwei PV-Module und ein 800-Watt-Wechselrichter erzeugen auf dem Gartenhäuschen der Elterninitiative „Kita Kleine Strolche“ in Hennef-Süchterscheid Strom, der ab sofort direkt im Netz der Kindertagesstätte verbraucht werden kann und damit spürbar Stromkosten einspart. Die beiden Module erzeugen bereits kräftig Energie: Durch die günstige Ausrichtung und dem passenden Lastprofil der Einrichtung werden an optimalen Tagen so über 50 Prozent Autarkie erreicht.

Das Steckersolargerät (Balkonkraftwerk) ist bereits die dritte Anlage, die Hennef Power an Bürger und Einrichtungen im Stadtgebiet stiftet. Diesmal war der Verein nur der Vermittler, denn die Firma SW-SmartSolar GmbH stellte sowohl die Hardware kostenlos und übernahm auch gleich die Montage inklusive Anschluss. Das Solarunternehmen aus Remagen unterstützt den Verein auch bei der Aktion „Balkon-Power 2026“, in deren Rahmen in Kürze wieder eine große Anzahl an Balkonkraftwerken an Hennefer ausgeliefert werden.

„Ich möchte ich mich im Namen des Kindergartens ganz herzlich bei Hennef Power und SW-SmartSolar bedanken, die dieses schöne Geschenk möglich gemacht haben,“ sagt Sven Skischally, Finanzvorstand der Elterninitiative, bei der offiziellen Übergabe. „Jetzt können die sonnigen Tage kommen – und mit dem eingesparten Geld lässt sich sicher das ein oder andere Geschenk mehr für unsere ‚Kleinen Strolche Süchterscheid‘ anschaffen.“

Foto oben (v.l.n.r.): Marc C. Schmidt (Hennef Power), Patricia Bachmann (Kita-Leitung) und Thomas Wlazik (SW-SmartSolar).

Stellungnahme zum integrierten Vorreiterkonzept

Die Stadt Hennef entwickelt mit dem integrierten Vorreiterkonzept „treibhausgasneutrales Hennef 2040“ ihr bestehendes Klimaschutzkonzept gezielt weiter. Als Ziel wird eine treibhausgasneutrale Stadtverwaltung bis 2035 und die Treibhausgasneutralität auf dem gesamten Stadtgebiet bis zum Jahr 2040 angestrebt. Kernstück des Konzepts ist ein Maßnahmenkatalog der zeigt, welche Schritte in den kommenden Jahren verfolgt werden sollen

Hennef Power e. V. begrüßt grundsätzlich das vorgelegte Konzept . Es gibt einen guten Überblick über die anstehenden Maßnahmen, mit denen sich die Kommune am Klimaschutz beteiligen kann – und aus Sicht des Vereins auch muss. Als lokale Bürgerenergiegesellschaft, die den Ausbau erneuerbarer Energien im Stadtgebiet wesentlich vorantreibt, wäre eine Beteiligung bei der Konzepterstellung wünschenswert gewesen. 

Zu dem Konzept nimmt Hennef Power wie folgt Stellung:

1. Fehlende Stromerzeugung durch Biomasse

Biomasse wird im Konzept ausschließlich unter dem Aspekt der Wärmeerzeugung betrachtet und nicht als Quelle elektrischer Energie: Die in Hennef vorhandene landwirtschaftliche Struktur mit einem signifikanten Anteil an Pferde- und Rinderhaltungen führt zu kontinuierlich anfallenden organischen Reststoffen wie Mist und Gülle. Diese Stoffströme bieten ein bislang nur gering ausgeschöpftes Potenzial zur energetischen Nutzung in Form von Biogaserzeugung. Durch die Kombination mit Blockheizkraftwerken kann daraus sowohl elektrische Energie als auch nutzbare Wärme erzeugt werden. Im Gegensatz zu fluktuierenden erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder Windenergie stellt Biomasse eine steuerbare und grundlastfähige Energiequelle dar und kann somit zur Stabilisierung des lokalen Energiesystems beitragen.

Vorschlag: Die Berücksichtigung von Biomasse zur Stromerzeugung – gerade in Kombination mit Nahwärme – sollte dringend ergänzt werden.

2. Veraltete Betrachtung von Batteriespeichern

Aus Sicht von Hennef Power ist die Beurteilung von Batteriespeichern (S. 54 „(…) Eine Speicherung des Stroms in Batteriespeichern in diesen Dimensionen ist aus aktueller Sicht noch nicht wirtschaftlich. (…)“ nicht auf der Höhe der Zeit. Der bundesweite Zubau bestätigt, dass Großspeicher für PV und für Wind keine Zukunftstechnologie mehr sind. Vielmehr hängt ihr wirtschaftlicher Einsatz vom konkreten Anwendungsfall ab. Zudem zeichnet sich aktuell nach Mitteilung des Landesverband Erneuerbare Energien NRW e. V. die Stromnetzbetreiberin in der Stadt Hennef und Eon-Tochterunternehmen Westnetz GmbH im Land als Hemmnis in diesem Bereich ab.

Vorschlag: Der Einsatz von Batteriespeichern sollte im Konzept differenzierter betrachtet werden: Als fester strategischer Bestandteil sollten sie im Dokument noch ergänzt werden.

3. Mangelnde Berücksichtigung des lokalen Netzausbaus

Auf den 128 Seiten des Konzepts findet sich keinerlei Hinweis auf die geplanten Maßnahmen der Stadt im Hinblick auf den Ausbau des lokalen Stromnetzes. Zwar wird auf Seite 21 die Hennef (Sieg) Netz GmbH & Co. KG als Eigentümerin der örtlichen Strom- und Gasverteilnetze für die Unterhaltung und den Ausbau der Netzinfrastruktur im Stadtgebiet als Verantwortliche genannt, aber verbunden mit dem Zusatz, nicht den operativen Netzbetrieb zu übernehmen.

Schon heute ist aus Sicht von Hennef Power absehbar, dass der Ausbau der lokalen Stromnetze einen wesentlichen Flaschenhals darstellt: Das beginnt bei unzureichenden Kapazitäten für Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern bis zum Anschluss größerer Erzeugungsanlagen. Als Netzeigentümer trägt die Stadt Hennef die Verantwortung dafür, dass der Ausbau erneuerbarer Energien und die Umstellung auf E-Mobilität nicht durch die mangelnden Kapazitäten im lokalen Stromnetz behindert wird.

Vorschlag: Als weitere Maßnahme ist auch der Ausbau des lokalen Stromnetzes in die Planung zu ergänzen.

Hennef Power regt darüber hinaus an, als Akteur bei der Umsetzung der Maßnahmen (siehe 6.1.1) als feste Größe künftig mit berücksichtigt zu werden.

Foto/Grafik © Stadt Hennef & Farknot | Envato Elements Pty Ltd.

Nahwärme und abgefahrene Kleider in Happerschoß

Bei strahlendem Frühlingswetter wurde das Pfarrheim St. Remigius in Happerschoß am 18. April schnell zum Treffpunkt für alle, die Lust auf nachhaltige Ideen hatten. Die Kleidertauschbörse, organisiert vom Klimaründchen Happerschoß, bot dafür den passenden Rahmen: gut erhaltene Lieblingsstücke wechselten unkompliziert den Besitzer, dazu gab es Kaffee, Kuchen und viele Gespräche.

Ergänzt wurde das Ganze durch einen Infostand zu nachhaltiger Mode – ein Thema, das bei vielen Besucherinnen und Besuchern auf großes Interesse stieß und den Gedanken der Ressourcenschonung in den Mittelpunkt rückte.

Nahwärme: schematische Darstellung

Genau hier knüpfte auch der Infostand zur Dorfwärme an. Die Initiative Dorfwärme Happerschoß, unterstützt von Hennef Power und der Energieagentur Rhein Sieg, stellte ebenfalls den Klimaschutz in den Fokus – mit Blick auf die Wärmeversorgung im Dorf.

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich zu informieren und nachzufragen. Besonders häufig ging es zunächst um die Grundlagen: Was ist Nahwärme überhaupt? Welche unterschiedlichen Konzepte gibt es? Und wie könnte so etwas konkret in Happerschoß aussehen? Dabei wurde schnell deutlich, wie groß das Interesse ist, aber auch, wie wichtig verständliche Informationen sind.

Spannend fanden viele, dass bereits ganz konkret an der Zukunft gearbeitet wird: Für Happerschoß ist aktuell eine Initialstudie in Arbeit. Diese untersucht die örtlichen Gegebenheiten und wird eine Empfehlung geben, ob Nahwärme hier sinnvoll ist – und wenn ja, welche Form am besten passt. Erst auf dieser Basis lassen sich auch Fragen zu möglichen Kosten realistisch beantworten.

Dass Energie mehr ist als Theorie, zeigte ein kleines Mitmach-Angebot: Auf einem Fahrrad-Ergometer konnten große und kleine Besucher selbst Strom erzeugen. Wer einmal versucht hat, eine Glühbirne „anzustrampeln“, bekommt schnell ein Gefühl dafür, wie viel Energie im Alltag eigentlich benötigt wird.

Wie geht es weiter? Sobald die Ergebnisse der aktuellen Intialstudie vorliegen, sollen sie im Dorf vorgestellt und diskutiert werden. Ab Sommer geht es dann vor allem darum, möglichst viele Haushalte für eine Teilnahme zu gewinnen. Denn klar ist: Je mehr mitmachen, desto besser lassen sich Lösungen umsetzen – und desto günstiger kann es am Ende für alle werden.

Reinhart Brüning

Foto © perfectlab | Envato Elements Pty Ltd.

Hennef Power + Green Drinks März 2026

Ab in den Speicher und auf die Straße

PV-Strom intelligent nutzen

Hennef Power + Green Drinks März 2026

PV-Anlagen-Besitzer kennen das: Die Anlage erzeugt prächtig Strom, nur gibt es im Haus aktuell dafür zu wenige Verbraucher. Einspeisen ist nicht unbedingt die wirtschaftlichste Lösung; wie die Energie also sinnvoll nutzen? Investition in einen Speicher und / oder in ein Elektroauto – darum ging es beim Green Drinks Hennef am 12. März.

Rund 60 Interessierte folgten der Einladung ins Funkens, wo sie von Elena Esser (Energieagentur Rhein-Sieg e. V.) begrüßt und durch den Abend geleitet wurden. Es folgten Marc Schmidt und Florian Reil (Hennef Power e. V.), die ein kurzes Update zu den Neuigkeiten im Verein gaben. So konnten Fördermittel für das Projekt „Junge Energie für Hennef“ und die geplante Agri-PV-Anlage „Söven 1“ eingeworben werden.

Außerdem gaben die beiden den Start von „Balkon-Power 2026“ bekannt. Der Verein wiederholt seinen erfolgreichen Gemeinschaftseinkauf für Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke) für Hennefer Bürgerinnen und Bürger. Die Aktion läuft vom 13. März bis einschließlich 18. April 2026; die Auslieferung der Geräte soll dann Mitte Mai erfolgen.

Hennef Power + Balkon-Power 2026

Die aktuellen Schwerpunkte beim Klimaschutz in Hennef stellte im Anschluss Johannes Oppermann (Umweltamt der Stadt Hennef) vor.

Dabei ging er auf das gerade fertig gewordene „Integrierte Vorreiterkonzept für eine treibhausneutrale Stadt Hennef 2040 und Kommunalverwaltung 2035“ ein. Das rund 300-seitige Werk besteht aus einem Berichtsteil mit Analysen, Potenzialen und Szenarien sowie einem umfangreichen Maßnahmenkatalog.

Weitere Themen waren die Kommunale Wärmeplanung, der Sachliche Teilplan Erneuerbare Energie sowie das Konzeptes zur Steuerung von Freiflächen- und Agri-Photovoltaikanlagen.

Hennef Power + Green Drinks März 2026

Stephan Herpertz, Energieberater von der Verbraucherzentrale NRW, referierte anschließend zum Thema „Energie auf Abruf: Batteriespeicher und bidirektionales Laden im Überblick“. Er gab einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Speichertechniken und thematisierte den noch undurchsichtigen rechtlichen Rahmen beim bidirektionalen Laden.

Als letzter Vortrag sprachen Caspar Armster und Marc Schmidt (Hennef Power e. V.) über „E-Mobilität in Theorie und Praxis.“ Als mehrjährige E-Auto-Fahrer gaben die beiden einen Einblick gleichermaßen in Fakten sowie persönliche Erfahrungen mit den Fahrzeugen.

Hennef Power + Green Drinks März 2026
Hennef Power + Green Drinks März 2026

Bei dem sehr unterhaltsamen Programmpunkt mit vielen Anekdoten konnten die beiden viele Publikumsfragen, z. B. auch zum Kauf von gebrauchten E-Autos, klären.

Abschließend bestand für die interessierten Gäste die Möglichkeit, sich rund zehn verschiedene Elektroautos genauer anzusehen, die von Mitgliedern von Hennef Power ausgestellt wurden. In Einzelgesprächen fand ein reger Austausch über die praktischen Erfahrungen und die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge statt.

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe „Green Drinks Hennef“ ist für den Herbst geplant; dann soll es voraussichtlich um die Nutzung von PV-Anlagen gehen, deren Förderung ausgelaufen ist. Mehr Infos künftig unter green-drinks-hennef.de.

Fünf Fakten über Elektroautos

  1. Elektromotoren haben den höchsten Wirkungsgrad, wenn es um die Energiemenge geht, die in Vortrieb umgesetzt wird (Otto 25%, Diesel 35%, Elektro 80-90%, Quelle: BMWi).
     
  2. Je mehr Leistung ein E-Motor hat, um so mehr kann er auch Energie durch Rekuperation zurückholen (z. B. Dacia Spring ca. 35%, Tesla Model Y ca. 40%, BMW i7 ca. 50%, Quelle: ADAC).
     
  3. Für die Reichweite auf Autobahnen ist bei E-Autos nicht der cw-Wert, sondern die Widerstandsfläche entscheidend.
     
  4. Auch gebrauchte E-Autos können attraktiv sein. Auf jeden Fall Batteriezertifikat (z. B. durch die DEKRA) verlangen; eine Wärmepumpe erhöht die Reichweite.
     
  5. Reichweitenangst unbegründet: Protokollieren Sie für einen Monat Ihre Fahrten – das Ergebnis wird Sie überraschen.

Linksammlung für E-Auto-Fahrer

Hennef Power + Balkon-Power 2026

Nächster Gemeinschaftseinkauf: Balkon-Power 2026

Hennef Power organisiert wieder einen Gemeinschaftseinkauf für Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke): Nach der ersten erfolgreichen Aktion steht das Team der Vereinsinitiative auch 2026 bereit, um Bürgerinnen und Bürger zu beraten, einen Einkauf zu Vorzugskonditionen zu organisieren und bei Bedarf auch bei der Installation zu helfen. Neben einem „Basispaket“ wird diesmal auf eine Lösung mit einem Speicher vermittelt, um noch effektiver Sonnenstrom zu „ernten“.

Beratung, Auslieferung und Montage: Hilfe rundherum

Rund 30 kWp zusätzliche Solarkapazität gingen im letzten Jahr bei „Balkon-Power 2025“ ans Netz und die sollen in diesem Frühjahr übertroffen werden – das ist das ehrgeizige Ziel von „Balkon-Power 2026“, dem Gemeinschaftseinkauf von Hennef Power. Es hat sich inzwischen rumgesprochen, je nach Ausrichtung, Montage und Nutzungsgrad können mit einem Balkonkraftwerk oder amtlich „Steckersolargerät“ ein deutlicher Betrag an Stromkosten eingespart werden; die einmalige Investition rechnet sich so bereits nach wenigen Jahren.

Ab sofort bis einschließlich 18. April 2026 können sie Interessierte über das Formular auf der Internetseite des Vereins melden und erhalten dann eine Beratung durch die Fachleute im gemeinnützigen Verein. Die Bestellung erfolgt dann individuell zu Sonderkonditionen beim ausführenden Händler. In diesem Jahr stehen alternativ zum Paket PV-Module, Wechselrichter und Montagematerial auch ein Speicher mit smarter Steuerung zur Auswahl. Mit diesem kann der Solarstrom auch dann verbraucht werden, wenn die Sonne einmal nicht scheinen sollte.

Alle Informationen und das Formular stehen hier zur Verfügung.

Hennef Power ++ Green Drinks mit Batteriespeicher und E-Autos

Green Drinks zu Batteriespeichern und E-Autos

Ab in den Speicher und auf die Straße: PV-Strom intelligent nutzen

Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erzeugt prächtig Strom, nur gibt es im Haus aktuell dafür zu wenige Verbraucher. Bleibt nur Einspeisen – oder ist es doch endlich Zeit, einen Speicher nachzurüsten? Oder vielleicht ein E-Auto anzuschaffen? Bei der nächsten Veranstaltung aus der Reihe Green Drinks erläutern Experten die Aspekte Wirtschaftlichkeit, Fördermöglichkeiten und praktische Vor- und Nachteile. Außerdem besteht für die Teilnehmer:innen am 12. März im „Funkens“ die Möglichkeit, E-Autos der Vereinsmitglieder anzusehen und teilweise eine kurze Probefahrt damit zu unternehmen.

Speziell bei älteren PV-Anlagen wurde – häufig aus Kostengründen – auf einen Speicher verzichtet. Somit blieb nur die Option, selbst erzeugten und nicht genutzten Strom ins Netz einzuspeisen. Doch inzwischen hat sich die Technik weiterentwickelt und die Preise sind drastisch gesunken. Bei Green Drinks am 12. März wird Stephan Herpertz von der Verbraucherzentrale NRW einen Überblick über aktuelle Batteriespeicher und bidirektionales Laden geben.

Informieren, diskutieren – und ausprobieren!

Überschüssiger Strom ist eines der Argumente, jetzt auf ein E-Auto umzusteigen. Zudem gibt es wieder neue Förderprämien und auch manch gebrauchtes Fahrzeug kann ein Schnäppchen sein. Caspar Armster und Marc Schmidt von Hennef Power werden Fakten vorstellen, mit Vorurteilen aufräumen und aus der Praxis berichten. Zudem werden mehrere Vereinsmitglieder ihre E-Autos ausstellen und den Interessierten ebenfalls für Fragen zur Verfügung stehen. Und teilweise ist sicher auch eine kurze Probefahrt möglich.

Außerdem wird das Umweltamt der Stadt Hennef die aktuellen Schwerpunkte beim Klimaschutz in Hennef vorstellen.

Zur nächsten Veranstaltung aus der Reihe „Green Drinks“ laden Hennef Power und die Energieagentur Rhein-Sieg am 12. März in das Speiselokal „Funkens“ ein. Wie immer besteht die Möglichkeit, an Stehtischen mit den Fachleuten ins persönliche Gespräch zu kommen. Los geht es um 18 Uhr – eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am 12. März 2026 um 18 Uhr
FUNKENs, Max-Planck-Straße 5 in Hennef
Veranstaltung im Rahmen der Reihe Green Drinks:
„Ab in den Speicher und auf die Straße: PV-Strom intelligent nutzen“
mehr Infos unter www.green-drinks-hennef.de.

Fotos © Fahroni & mstandret | Envato Elements Pty Ltd.

Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“

Vorbereitung: Projekt „Junge Energie für Hennef“

Mit dem Projekt „Junge Energie für Hennef“ sollen auch junge Menschen durch Hennef Power für erneuerbare Energien, Klimaschutz und bürgerschaftliches Engagement begeistert und aktiv in die Vereinsarbeit eingebunden werden. Schatzmeister Florian Reil hat die Idee entwickelt, ausgearbeitet und sich damit um das Förderprogramm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ der Landesregierung NRW beworben – und konnte damit die Entscheider im Rhein-Sieg-Kreis überzeugen.

Ende Oktober erreichte uns dann ein Zuwendungsbescheid: Der Kreis fördert das Projekt mit 1.000 Euro. Mit den Mitteln soll ein erstes Grundlagenkonzept und dessen Unterlagen erarbeitet werden, so dass mit der zweiten Schuljahreshälfte für eine Schule als Pilotprojekt innerhalb der OGS-Betreuung ein Schulungsangebot möglich wird. Nach Anschaffung erster Lehrmaterialien fand kurz vor Jahreswechsel noch ein erster Workshop statt, wo Ideen ausgearbeitet und getestet wurden.

Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“
Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“
Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“

Im Mittelpunkt standen dabei die Entwicklung moderner Schulungsunterlagen für eine dritte bzw. vierte Grundschulklasse mit OGS Workshops zu den Themen: Solarenergie, Windkraft, Biomasse und Elektromobilität. Kernbestandteil wird eine Informationsbroschüre, in der durch kindgerechte Illustrationen tatsächliche und perspektivische Bauten in Hennef und seinem Umland dargestellt werden.

Arbeitsblätter, Bastelanleitungen und Vortragsvorlagen für Lehrkräfte werden die Darstellungen aufgreifen. Als inhaltliche und gestalterische Unterstützung konnten die Hennefer Künstlerin und Illustratorin Anna Karina Birkenstock und der Verein dasdigidings e. V. gewonnen werden.

Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“
Hennef Power + Freiflächenkonzept für Photovoltaikanlagen

Stellungnahme zum PV-Freiflächenkonzept

Die Stadt Hennef ist bestrebt, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und mit dem Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen und gegebenenfalls Agri-Photovoltaikanlagen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Konzept soll nach abschließendem Beschluss im Stadtrat ein Städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB darstellen, das bei künftigen Anträgen auf Einleitung von Bauleitplanungen für (nicht privilegierten) FFPV/AgriPV im Stadtgebiet als Entscheidungsgrundlage einzustellen und zu berücksichtigen ist. Im Vorfeld zu solchen Anträgen soll es als Orientierungs- und Entscheidungshilfe für Vorhabenträger und Grundstückeigentümer dienen.

Hennef Power e. V. (HP) begrüßt die Vorlage des Freiflächenkonzepts, den damit verbundenen wichtigen Schritt, um erneuerbarer Energien im Sinne des Klimaschutzes im Stadtgebiet auszubauen und dabei Transparenz und Bürgerbeteiligung ermöglicht. Im Hinblick auf das geplante Konzept nimmt HP wie folgt Stellung:

1. Regulierung und bürokratischer Aufwand bleibt hoch

Zwar enthält das Konzept eine Auswahl von Vorrangflächen, doch es bleibt ausdrücklich dabei, dass Vorhaben „innerhalb der Gebietskulisse“ weiterhin ein reguläres Baugenehmigungsverfahren durchlaufen müssen — mit Prüfungen zu Bodenschutz, Arten- und Naturschutz, Denkmalschutz etc.

Für einen Projekteigner heißt das: Der regulatorische Aufwand reduziert sich durch das Konzept zwar insofern, als man eine Vorauswahl hat, die wesentlichen Genehmigungs- und Planungsprozesse bleiben aber bestehen. Das kann insbesondere für kleine und mittlere Investoren abschreckend sein und die Realisierung verzögern oder verhindern.

So besteht die Gefahr, dass trotz guter Absicht letztlich nur sehr große oder institutionelle Investoren den Aufwand auf sich nehmen — was dem Ziel einer möglichst breiten Beteiligung am Ausbau der erneuerbaren Energien entgegensteht.

Vorschlag: Es wäre wünschenswert, wenn das Konzept ergänzend auch Maßnahmen vorsieht, um den bürokratischen Aufwand und die Planungsrisiken für kleinere Projektträger zu senken — Beispielsweise durch beraten­de Hilfe bei Genehmigungsverfahren, standardisierte Vorlagen für Umwelt- und Artenschutzgutachten oder durch Förderprogramme zur Deckung der Planungs- und Genehmigungskosten.

2. Änderung von Flächennutzungsplan/Bebauungsplan bleibt notwendiger Hindernis

Wie die Konzeptbeschreibung selbst ausführt, verbleibt für viele Flächen der Umweg über eine Änderung des Flächennutzungsplans und gegebenenfalls eines Bebauungsplans bestehen — insbesondere dann, wenn es sich nicht um „klassische Vorrangflächen“ handelt. 

Das bedeutet: Auch wenn eine Fläche auf der Vorrangkarte auftaucht, ist nicht garantiert, dass sie ohne langwierige Plan- und Genehmigungsverfahren genutzt werden kann. Dieser Umstand reduziert den praktischen Nutzen des Vorrangkonzepts.

Vorschlag: Es sollte darüber nachgedacht werden, unter welchen Bedingungen (beispielsweise bei nachgewiesener Unbedenklichkeit hinsichtlich Landschaftsbild, Sichtbarkeit und Bebauungsdichte) Abweichungen von der Flächennutzungs-/Bebauungsplanpflicht möglich sind — oder zumindest ein beschleunigtes Verfahren vorgesehen wird. So könnte das Konzept tatsächlich dazu beitragen, den Ausbau von PV-Freiflächen wirksam zu erleichtern.

3. Minimal- statt Maximalkonzept bei der Ergebniskarte

Bei dem Steuerungskonzept wurden die Bewertungen des Solarkataster NRW (unter Berücksichtigung privilegierter Flächen), das Konzept des Rhein-Sieg-Kreises sowie die durch die Stadt Hennef beauftragte Potenzialflächenanalyse für FFPV von Solarea zugrunde gelegt. 

Aus der Schnittmenge der drei Quellen wurde die Ergebniskarte zur räumlichen Steuerung gebildet. Diese Schnittmenge stellt das absolute Minimalergebnis dar und reduziert mögliche Potenzialflächen – und damit Ausbaumöglichkeiten – auf das absolute Minimum.

Vorschlag: Bei der Bewertung möglicher Potenzialflächen sollte nicht das Minimal-, sondern ein sinnvoller Kompromiss hin zum Maximalkonzept Anwendung finden. Das wäre auch der ohnehin vorhandenen Einschränkungen durch hohe Bodenwertzahlen dienlich.

4. Pauschale und willkürliche Abstandsregelungen

Als Kriterium für den Abstand von FFPV / AgriPV zu Siedlungen stützt sich, ausweislich der Beschlussvorlage des Ausschusses für Dorfgestaltung und Denkmalschutz vom 24.09.2024, das Szenario v2 der Solarea-Analyse. Danach sollen für Siedlungen ein Abstand von 200 Metern, für Splittersiedlungen ein Abstand von 100 Metern gelten. Danach ergibt sich nach v2 der Beurteilung von Solera ein Gesamtpotenzial von 546,9 ha, was rund 5,17% der Gesamtfläche Hennefs ausmacht.

Die angenommene Abstandsregelung ist aus Sicht von HP willkürlich und beschränkt ohne Not mögliche Ausbauflächen. Zum Vergleich: Das Solera-Szenario v3 ergibt 1.430,76 ha Potenzialflächen, was einem Flächenanteil von 13,53% entspricht. Somit werden fast zwei Drittel der potenziell geeigneten Flächen ausgeschlossen.

Zudem berücksichtigt eine starre Abstandsregelung keinerlei topographische Aspekte wie natürliche Geländestrukturen, Bäume oder Hügel und generell die optische Wahrnehmbarkeit von Anlagen. Zudem kommt es bei modernen Photovoltaikanlagen zu keiner Emission, die größere Abstände rechtfertigen würde.

Legt man die Abstandsregelung auch für die Errichtung von solarthermische Anlagen zugrunde – was im Rahmen einer Gleichbehandlung der Anlagentypen nahe liegt – würde ein Abstand von 200 Metern faktisch den Bau verhindern, da ihre unmittelbare Nähe zu den zu versorgenden Wärmenetzen zwingende Voraussetzung ist. Somit würde eine wichtige Komponente für die Entwicklung von Nahwärmenetzen auf dem Stadtgebiet von vornherein ausgeschlossen.

Vorschlag: Das Konzept sollte stärker auf Einzelfallbewertungen setzen, also die Möglichkeit eröffnen, Ausnahmen zu prüfen — insbesondere dort, wo durch topographische, bewachsene oder bauliche Gegebenheiten Sichtbeziehungen und Beeinträchtigungen faktisch nicht gegeben sind. Eine solche Flexibilisierung könnte die Anzahl der nutzbaren Flächen deutlich erhöhen und den Ausbau beschleunigen, ohne das Landschaftsbild unnötig zu belasten.

Hennef Power regt an, bei der Entwicklung eines abschließenden Konzeptes zur Steuerung von Freiflächen- und Agri-Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet die vorgetragenen Argumente zu berücksichtigen.

Screenshot © Stadt Hennef, OpenStreetMap & tetraeder.com

Hennef Power + Green Drinks November 2025

Sinnvolle Alternative: Gemeinschaftlich heizen

„Nahwärme als alternative Heizungsart“ lautete der Titel des zweiten Green-Drinks-Treffens in diesem Jahr. Knapp 60 Interessierte waren der Einladung von Hennef Power, der Energieagentur Rhein-Sieg und des Umweltamts der Stadt in die Meys Fabrik gefolgt, um sich mit fundierten Informationen rund am das gemeinschaftliche Heizen zu versorgen.

Hennef Power + Green Drinks November 2025
Hennef Power + Green Drinks November 2025
Hennef Power + Green Drinks November 2025

Nach der Begrüßung stellte Elena Esser kurz die Energieagentur Rhein-Sieg und deren Aktivitäten vor. Es folgte Marc C. Schmidt von Hennef Power, der einige Neuigkeiten aus dem Verein und deren Projekte vermeldete. Danach ging es fachlich weiter: Den Auftakt übernahm Sarah Einheuser vom Umweltamt der Stadt Hennef. Sie erläuterte die kommunale Wärmeplanung, die Besonderheiten des ländlichen Stadtgebietes, geeignete Bereiche für eine Nahwärmeversorgung und die so genannten Prüfgebiete.

Einen guten Überblick über das Thema Nahwärme gab anschließend Robin Siepker, Fachexperte Wärme & Gebäude von NRW.Energy4Climate. Er erklärte unter anderem die Unterschiede zwischen klassischen und kalten Nahwärmenetzen, deren theoretischen Aufbau und praktische Anwendungen, wie beispielsweise in der Ortsgemeinde Rech im Ahrtal. Das Netz wurde nach der Flutkatastrophe neu errichtet und die eingesetzten Sole-Wasser-Wärmepumpen im März 2024 in Betrieb genommen.

Hennef Power + Green Drinks November 2025
Hennef Power + Green Drinks November 2025
Hennef Power + Green Drinks November 2025

Anschließend stellte Vorsitzender Jörg Moser die Aktivitäten der Energie-Genossenschaft Overather Bürger vor. Am Beispiel einer gemeinschaftlichen Hybrid-Heizungsanlage für drei Einfamilienhäuser zeigte er, dass es auch außerhalb von Fern- oder Nahwärmegebieten Alternativen gibt, die zu signifikanten Ersparnissen und CO2-Vermeidung führen können.

Konkrete Ideen, Möglichkieten und Pläne für Hennef präsentierte Dr. Reinhart Brüning, Arbeitsgruppenleiter „Wärme“ bei Hennef Power. Dazu gehört beispielsweise der sukzessive Aufbau eines Nahwärmenetzes in Happerschoss und Heisterschoss. Außerdem rief er dazu auf, mit ihm gemeinsam auch in anderen Stadtteilen Leuchtturmprojekte zu entwickeln.

Abschließend nutzen die Teilnehmer die Möglichkeit, bei einem kostenlosen Getränk mit den Referenten und Vereinsvertreten im Dialog ausführlich noch offene Fragen zu klären. Die nächste Green-Drinks-Veranstaltung ist für das Frühjahr geplant; dann soll es um Elektroautos und Stromspeicher gehen. Mehr Infos in Kürze dazu unter green-drinks-hennef.de.

Fotos © Franziska Fischer und Marc C. Schmidt