Hennef Power + Green Drinks März 2026

Ab in den Speicher und auf die Straße

PV-Strom intelligent nutzen

Hennef Power + Green Drinks März 2026

PV-Anlagen-Besitzer kennen das: Die Anlage erzeugt prächtig Strom, nur gibt es im Haus aktuell dafür zu wenige Verbraucher. Einspeisen ist nicht unbedingt die wirtschaftlichste Lösung; wie die Energie also sinnvoll nutzen? Investition in einen Speicher und / oder in ein Elektroauto – darum ging es beim Green Drinks Hennef am 12. März.

Rund 60 Interessierte folgten der Einladung ins Funkens, wo sie von Elena Esser (Energieagentur Rhein-Sieg e. V.) begrüßt und durch den Abend geleitet wurden. Es folgten Marc Schmidt und Florian Reil (Hennef Power e. V.), die ein kurzes Update zu den Neuigkeiten im Verein gaben. So konnten Fördermittel für das Projekt „Junge Energie für Hennef“ und die geplante Agri-PV-Anlage „Söven 1“ eingeworben werden.

Außerdem gaben die beiden den Start von „Balkon-Power 2026“ bekannt. Der Verein wiederholt seinen erfolgreichen Gemeinschaftseinkauf für Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke) für Hennefer Bürgerinnen und Bürger. Die Aktion läuft vom 13. März bis einschließlich 18. April 2026; die Auslieferung der Geräte soll dann Mitte Mai erfolgen.

Hennef Power + Balkon-Power 2026

Die aktuellen Schwerpunkte beim Klimaschutz in Hennef stellte im Anschluss Johannes Oppermann (Umweltamt der Stadt Hennef) vor.

Dabei ging er auf das gerade fertig gewordene „Integrierte Vorreiterkonzept für eine treibhausneutrale Stadt Hennef 2040 und Kommunalverwaltung 2035“ ein. Das rund 300-seitige Werk besteht aus einem Berichtsteil mit Analysen, Potenzialen und Szenarien sowie einem umfangreichen Maßnahmenkatalog.

Weitere Themen waren die Kommunale Wärmeplanung, der Sachliche Teilplan Erneuerbare Energie sowie das Konzeptes zur Steuerung von Freiflächen- und Agri-Photovoltaikanlagen.

Hennef Power + Green Drinks März 2026

Stephan Herpertz, Energieberater von der Verbraucherzentrale NRW, referierte anschließend zum Thema „Energie auf Abruf: Batteriespeicher und bidirektionales Laden im Überblick“. Er gab einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Speichertechniken und thematisierte den noch undurchsichtigen rechtlichen Rahmen beim bidirektionalen Laden.

Als letzter Vortrag sprachen Caspar Armster und Marc Schmidt (Hennef Power e. V.) über „E-Mobilität in Theorie und Praxis.“ Als mehrjährige E-Auto-Fahrer gaben die beiden einen Einblick gleichermaßen in Fakten sowie persönliche Erfahrungen mit den Fahrzeugen.

Hennef Power + Green Drinks März 2026
Hennef Power + Green Drinks März 2026

Bei dem sehr unterhaltsamen Programmpunkt mit vielen Anekdoten konnten die beiden viele Publikumsfragen, z. B. auch zum Kauf von gebrauchten E-Autos, klären.

Abschließend bestand für die interessierten Gäste die Möglichkeit, sich rund zehn verschiedene Elektroautos genauer anzusehen, die von Mitgliedern von Hennef Power ausgestellt wurden. In Einzelgesprächen fand ein reger Austausch über die praktischen Erfahrungen und die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge statt.

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe „Green Drinks Hennef“ ist für den Herbst geplant; dann soll es voraussichtlich um die Nutzung von PV-Anlagen gehen, deren Förderung ausgelaufen ist. Mehr Infos künftig unter green-drinks-hennef.de.

Fünf Fakten über Elektroautos

  1. Elektromotoren haben den höchsten Wirkungsgrad, wenn es um die Energiemenge geht, die in Vortrieb umgesetzt wird (Otto 25%, Diesel 35%, Elektro 80-90%, Quelle: BMWi).
     
  2. Je mehr Leistung ein E-Motor hat, um so mehr kann er auch Energie durch Rekuperation zurückholen (z. B. Dacia Spring ca. 35%, Tesla Model Y ca. 40%, BMW i7 ca. 50%, Quelle: ADAC).
     
  3. Für die Reichweite auf Autobahnen ist bei E-Autos nicht der cw-Wert, sondern die Widerstandsfläche entscheidend.
     
  4. Auch gebrauchte E-Autos können attraktiv sein. Auf jeden Fall Batteriezertifikat (z. B. durch die DEKRA) verlangen; eine Wärmepumpe erhöht die Reichweite.
     
  5. Reichweitenangst unbegründet: Protokollieren Sie für einen Monat Ihre Fahrten – das Ergebnis wird Sie überraschen.

Linksammlung für E-Auto-Fahrer

Hennef Power + Balkon-Power 2026

Nächster Gemeinschaftseinkauf: Balkon-Power 2026

Hennef Power organisiert wieder einen Gemeinschaftseinkauf für Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke): Nach der ersten erfolgreichen Aktion steht das Team der Vereinsinitiative auch 2026 bereit, um Bürgerinnen und Bürger zu beraten, einen Einkauf zu Vorzugskonditionen zu organisieren und bei Bedarf auch bei der Installation zu helfen. Neben einem „Basispaket“ wird diesmal auf eine Lösung mit einem Speicher vermittelt, um noch effektiver Sonnenstrom zu „ernten“.

Beratung, Auslieferung und Montage: Hilfe rundherum

Rund 30 kWp zusätzliche Solarkapazität gingen im letzten Jahr bei „Balkon-Power 2025“ ans Netz und die sollen in diesem Frühjahr übertroffen werden – das ist das ehrgeizige Ziel von „Balkon-Power 2026“, dem Gemeinschaftseinkauf von Hennef Power. Es hat sich inzwischen rumgesprochen, je nach Ausrichtung, Montage und Nutzungsgrad können mit einem Balkonkraftwerk oder amtlich „Steckersolargerät“ ein deutlicher Betrag an Stromkosten eingespart werden; die einmalige Investition rechnet sich so bereits nach wenigen Jahren.

Ab sofort bis einschließlich 18. April 2026 können sie Interessierte über das Formular auf der Internetseite des Vereins melden und erhalten dann eine Beratung durch die Fachleute im gemeinnützigen Verein. Die Bestellung erfolgt dann individuell zu Sonderkonditionen beim ausführenden Händler. In diesem Jahr stehen alternativ zum Paket PV-Module, Wechselrichter und Montagematerial auch ein Speicher mit smarter Steuerung zur Auswahl. Mit diesem kann der Solarstrom auch dann verbraucht werden, wenn die Sonne einmal nicht scheinen sollte.

Alle Informationen und das Formular stehen hier zur Verfügung.

Hennef Power + Freiflächenkonzept für Photovoltaikanlagen

Stellungnahme zum PV-Freiflächenkonzept

Die Stadt Hennef ist bestrebt, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und mit dem Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen und gegebenenfalls Agri-Photovoltaikanlagen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Konzept soll nach abschließendem Beschluss im Stadtrat ein Städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB darstellen, das bei künftigen Anträgen auf Einleitung von Bauleitplanungen für (nicht privilegierten) FFPV/AgriPV im Stadtgebiet als Entscheidungsgrundlage einzustellen und zu berücksichtigen ist. Im Vorfeld zu solchen Anträgen soll es als Orientierungs- und Entscheidungshilfe für Vorhabenträger und Grundstückeigentümer dienen.

Hennef Power e. V. (HP) begrüßt die Vorlage des Freiflächenkonzepts, den damit verbundenen wichtigen Schritt, um erneuerbarer Energien im Sinne des Klimaschutzes im Stadtgebiet auszubauen und dabei Transparenz und Bürgerbeteiligung ermöglicht. Im Hinblick auf das geplante Konzept nimmt HP wie folgt Stellung:

1. Regulierung und bürokratischer Aufwand bleibt hoch

Zwar enthält das Konzept eine Auswahl von Vorrangflächen, doch es bleibt ausdrücklich dabei, dass Vorhaben „innerhalb der Gebietskulisse“ weiterhin ein reguläres Baugenehmigungsverfahren durchlaufen müssen — mit Prüfungen zu Bodenschutz, Arten- und Naturschutz, Denkmalschutz etc.

Für einen Projekteigner heißt das: Der regulatorische Aufwand reduziert sich durch das Konzept zwar insofern, als man eine Vorauswahl hat, die wesentlichen Genehmigungs- und Planungsprozesse bleiben aber bestehen. Das kann insbesondere für kleine und mittlere Investoren abschreckend sein und die Realisierung verzögern oder verhindern.

So besteht die Gefahr, dass trotz guter Absicht letztlich nur sehr große oder institutionelle Investoren den Aufwand auf sich nehmen — was dem Ziel einer möglichst breiten Beteiligung am Ausbau der erneuerbaren Energien entgegensteht.

Vorschlag: Es wäre wünschenswert, wenn das Konzept ergänzend auch Maßnahmen vorsieht, um den bürokratischen Aufwand und die Planungsrisiken für kleinere Projektträger zu senken — Beispielsweise durch beraten­de Hilfe bei Genehmigungsverfahren, standardisierte Vorlagen für Umwelt- und Artenschutzgutachten oder durch Förderprogramme zur Deckung der Planungs- und Genehmigungskosten.

2. Änderung von Flächennutzungsplan/Bebauungsplan bleibt notwendiger Hindernis

Wie die Konzeptbeschreibung selbst ausführt, verbleibt für viele Flächen der Umweg über eine Änderung des Flächennutzungsplans und gegebenenfalls eines Bebauungsplans bestehen — insbesondere dann, wenn es sich nicht um „klassische Vorrangflächen“ handelt. 

Das bedeutet: Auch wenn eine Fläche auf der Vorrangkarte auftaucht, ist nicht garantiert, dass sie ohne langwierige Plan- und Genehmigungsverfahren genutzt werden kann. Dieser Umstand reduziert den praktischen Nutzen des Vorrangkonzepts.

Vorschlag: Es sollte darüber nachgedacht werden, unter welchen Bedingungen (beispielsweise bei nachgewiesener Unbedenklichkeit hinsichtlich Landschaftsbild, Sichtbarkeit und Bebauungsdichte) Abweichungen von der Flächennutzungs-/Bebauungsplanpflicht möglich sind — oder zumindest ein beschleunigtes Verfahren vorgesehen wird. So könnte das Konzept tatsächlich dazu beitragen, den Ausbau von PV-Freiflächen wirksam zu erleichtern.

3. Minimal- statt Maximalkonzept bei der Ergebniskarte

Bei dem Steuerungskonzept wurden die Bewertungen des Solarkataster NRW (unter Berücksichtigung privilegierter Flächen), das Konzept des Rhein-Sieg-Kreises sowie die durch die Stadt Hennef beauftragte Potenzialflächenanalyse für FFPV von Solarea zugrunde gelegt. 

Aus der Schnittmenge der drei Quellen wurde die Ergebniskarte zur räumlichen Steuerung gebildet. Diese Schnittmenge stellt das absolute Minimalergebnis dar und reduziert mögliche Potenzialflächen – und damit Ausbaumöglichkeiten – auf das absolute Minimum.

Vorschlag: Bei der Bewertung möglicher Potenzialflächen sollte nicht das Minimal-, sondern ein sinnvoller Kompromiss hin zum Maximalkonzept Anwendung finden. Das wäre auch der ohnehin vorhandenen Einschränkungen durch hohe Bodenwertzahlen dienlich.

4. Pauschale und willkürliche Abstandsregelungen

Als Kriterium für den Abstand von FFPV / AgriPV zu Siedlungen stützt sich, ausweislich der Beschlussvorlage des Ausschusses für Dorfgestaltung und Denkmalschutz vom 24.09.2024, das Szenario v2 der Solarea-Analyse. Danach sollen für Siedlungen ein Abstand von 200 Metern, für Splittersiedlungen ein Abstand von 100 Metern gelten. Danach ergibt sich nach v2 der Beurteilung von Solera ein Gesamtpotenzial von 546,9 ha, was rund 5,17% der Gesamtfläche Hennefs ausmacht.

Die angenommene Abstandsregelung ist aus Sicht von HP willkürlich und beschränkt ohne Not mögliche Ausbauflächen. Zum Vergleich: Das Solera-Szenario v3 ergibt 1.430,76 ha Potenzialflächen, was einem Flächenanteil von 13,53% entspricht. Somit werden fast zwei Drittel der potenziell geeigneten Flächen ausgeschlossen.

Zudem berücksichtigt eine starre Abstandsregelung keinerlei topographische Aspekte wie natürliche Geländestrukturen, Bäume oder Hügel und generell die optische Wahrnehmbarkeit von Anlagen. Zudem kommt es bei modernen Photovoltaikanlagen zu keiner Emission, die größere Abstände rechtfertigen würde.

Legt man die Abstandsregelung auch für die Errichtung von solarthermische Anlagen zugrunde – was im Rahmen einer Gleichbehandlung der Anlagentypen nahe liegt – würde ein Abstand von 200 Metern faktisch den Bau verhindern, da ihre unmittelbare Nähe zu den zu versorgenden Wärmenetzen zwingende Voraussetzung ist. Somit würde eine wichtige Komponente für die Entwicklung von Nahwärmenetzen auf dem Stadtgebiet von vornherein ausgeschlossen.

Vorschlag: Das Konzept sollte stärker auf Einzelfallbewertungen setzen, also die Möglichkeit eröffnen, Ausnahmen zu prüfen — insbesondere dort, wo durch topographische, bewachsene oder bauliche Gegebenheiten Sichtbeziehungen und Beeinträchtigungen faktisch nicht gegeben sind. Eine solche Flexibilisierung könnte die Anzahl der nutzbaren Flächen deutlich erhöhen und den Ausbau beschleunigen, ohne das Landschaftsbild unnötig zu belasten.

Hennef Power regt an, bei der Entwicklung eines abschließenden Konzeptes zur Steuerung von Freiflächen- und Agri-Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet die vorgetragenen Argumente zu berücksichtigen.

Screenshot © Stadt Hennef, OpenStreetMap & tetraeder.com

Unsere neue Arbeitsgruppe: Ein Herz für Technik

Bei unserer Mitgliederversammlung im September haben wir die ersten beiden Arbeitsgruppen ins Leben gerufen: „Nahwärme“ und „Technik“. Letztere nennen wir – gleichermaßen respekt- wie liebevoll – unsere „Nerdgruppe“, denn hier versammelt sich ein beeindruckendes Fachwissen unter der Leitung von Marcus Brühl. Mit ihm haben wir ein Interview über die Ziele der Gruppe, typische technische Fehler und ihn persönlich geführt.

Marcus, als neuer Leiter der neuen Arbeitsgruppe Technik: Was habt Ihr mit der Gruppe vor?

Bei den offenen Mitgliedertreffen gab es immer auch Gespräche von technisch begeisterten Leuten, die sich dort ausgetauscht haben. Die fachliche Tiefe der unterschiedlichen Mitglieder ist schon enorm.  Da nicht alle Mitglieder an technischen Details in dieser Tiefe interessiert sind, wollten wir Raum für diesen Informationsaustausch schaffen. Da den Verein aber auch immer mehr technische Fragen erreichen, war dies Anlass diese Kompetenz zu nutzen um anderen zu helfen. Die Arbeitsgruppe Technik soll also einerseits Forum für eine fortwährende Weiterbildung der Mitglieder, als auch Kompetenzpool für Anfragen von außen sein. 

Wer kann sich Euch anschließen und wann trefft Ihr Euch?

Wir haben zur Koordination eine eigene WhatsApp-Gruppe, der jedes Mitglied des Vereins beitreten darf. Für externe Kommunikation haben wir die E-Mail-Adresse technik@hennef-power.de eingerichtet, so daß wir auch für Fragen von Nicht-Mitgliedern erreichbar sind. 

Aktuell treffen wir uns jeden ersten Mittwoch im Monat an wechselnden Orten – da wir uns zum Zeigen der eigenen (Solar-)Anlagen, Speicher und verbauter Technik auch bei den Mitgliedern treffen. Die Details werden dann in der WhatsApp Gruppe ausgetauscht. 

Wie könnt Ihr als Technik-Experten helfen – sprich mit welchen Fragen kann man sich an Euch wenden?

Durch die unterschiedlichen „Spezialitäten“ der Mitglieder decken wir ein sehr breites Wissensspektrum ab, so daß ich uns die Beantwortung aller Fragen, mit denen man an einen Elektriker herantreten würde, zutraue. Natürlich sind wir nicht in allen DIN Normen und VDE Anwendungsregeln sattelfest, dass bleibt den Fachleuten überlassen.

Der Erfahrungsschatz aus den diversen Projekten der Mitglieder ist nicht nur auf Elektrik beschränkt – zum Teil wurden auch Heizungstechnik und Dämmung optimiert, so daß wir auch zu diesen Themen und vor allem der Kombination dieser Themen – der Energieberatung – fundierte Aussagen treffen können. 

Was sind aus Deiner Erfahrung typische Fehler, die man beim Thema PV-Energie und Speicher machen kann?

Hauptsächlich Unterdimensionierung. Sehr oft wird die Anlage anhand des aktuellen Verbrauchs dimensioniert, ohne zukünftige Entwicklungen wie E-Auto und Wärmepumpe zu beachten. Man muss sich klarmachen, dass nur noch 1/3  der gesamten Anlagenkosten wirkliche Materialkosten sind: Im Einkauf kosten die Solarpanels aktuell rund 100 Euro pro kWp und auch Speicher ist schon für unter 100 Euro pro kWh zu bekommen.  Der Rest sind Installationskosten, von denen einige, wie z.B. das Gerüst, pauschal anfallen, und nicht von der Größe der Anlage abhängen.

Wenn man also schon an einem Projekt dran ist, kann man oft ein Drittel mehr Kapazität für 10 bis 20 Prozent Aufpreis bekommen. Wenn dann in Zukunft die Wärmepumpe und das E-Auto kommen, reden wir bei selbst produzierten 5 Cent pro kWh anstatt von eingekauften 30 Cent pro kWh von ganz anderen Dimensionen bei der Rentabilität. Ein mehr an Leistung jetzt macht also zukünftige Projekte günstiger.

Wegen des Installationsaufwands ist Speicher einfacher nachzurüsten als die Solarpanels – im Zweifel also mindestens „das Dach vollmachen“ – auch wenn der Rest der Anlage erst später an die Dimensionen angepasst wird. 

Was ist dein persönlicher Hintergrund, der Dich für das Thema Technik so begeistert?

Ich bin seit über 30 Jahren als Berater in der Energiewirtschaft tätig: Angefangen habe ich als  (Kölner!) Diplomand bei den Stadtwerken Düsseldorf und bin seitdem in allen Bereichen der Branche unterwegs. Das ist aber zum Teil ein frustrierendes Geschäft, da sich die großen Player nur sehr träge von Ihrem „Stammgeschäft“ lösen.

Meine „persönliche Energiewende“ ist die sehr zufriedenstellende Kompensation für die erlebte mangelnde Flexibilität im Beruflichen. Ich habe in den letzten fünf Jahren die gesamte Umrüstung meines Hauses auf Solar, Wärmepumpe und E-Auto ohne externe Hilfe vollzogen. Das bedeutete viel Lernen und Umdenken, aber auch das Wissen, dass die Energiewende vor allem der wirtschaftlich sinnvolle Weg ist. 

Elektrizität ist das flexibelste Energiemedium, das wir kennen, und Technik lässt uns alles damit machen.  In einem 500-Watt-Solarpanel sehe ich ein Ölfass, das in den nächsten 20 Jahren 1.000 Liter Öl abgibt, die Wärmepumpe macht daraus Wärme für 4.000 Liter Öl, das E-Auto  bringt mich damit 60.000 km weit. Günstiger geht es nicht – und das von meinem Dach – für 50 Euro.

Was für mich im Kleinen funktioniert skaliert auch ins Große – die Technik dafür ist da und bezahlbar. Man muss es nur machen!

Foto © anatoliy_gleb | Envato Elements Pty Ltd.

30 Balkonkraftwerke für Hennef

Mit der Initiative „Balkon-Power 2025“ hat Hennef Power auf einen Schwung rund 30 Steckersolargeräte ans Netz gebracht. Wir haben einen Gemeinschaftseinkauf organisiert und am vergangenen Wochenende 66 Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von 30 kWp an die Hennefer Bürgerinnen und Bürger ausgeliefert.

Wolfgang Hemmer-Girod, Vereinsmitglied und Projektleiter der Initiative, hat einen vergleichbaren Gemeinschaftseinkauf bereits erfolgreich in seiner hessischen Heimat organisiert und war auch für Hennef Power der Initiator. Gemeinsam mit den fachkundigen Mitgliedern Burkhard Schneider und Thomas Wlazik kümmerte er sich um die mehr als 60 Anfragen der Interessierten, die via Formular auf der Webseite eingegangen waren. Die drei berieten dabei telefonisch und teilweise auch vor Ort, um eine optimale Lösung für das Steckersolargerät (auch: Balkonkraftwerk) zu finden.

Die Beschaffung der Geräte übernahm Thomas Wlazik von der Firma SW-SmartSolar; die Organisation der Logistik für die von manchen Interessierten gewünschte Auslieferung nach Hause koordinierte Corinna Josten und managte auch die Abholung vor Ort in einer Halle in Westerhausen. Generalstabsmäßig geplant erfolgte die Übergabe der PV-Module, Wechselrichter, Kabel und Befestigungsmaterial im 10-Minuten-Takt. Die ersten Anlagen waren bereits am Nachmittag in Betrieb.

30 kWp zusätzliche Solarkapazität

Zu Recht ziehen Burkhard Schneider und Wolfgang Hemmer-Girod ein positives Fazit: „Die Aktion ‚Balkon-Power 2025‘ war ein voller Erfolg. 30 Haushalte können mit den Steckersolargeräten ihre Stromrechnung künftig spürbar entlasten.“ Erfahrungsgemäß ist für viele Bürgerinnen und Bürger ein Balkonkraftwerk ein niederschwelliger Einstieg in die Photovoltaik. „Nicht umsonst nennen wir die Geräte ‚Einstiegsdroge‘. Und nach dem durchweg positiven Feedback und dem herzliche Dank von vielen kann ich mir vorstellen, dass wir im Frühjahr eine weitere Initiative starten,“ freut sich Schneider.

Kur-Theater erhält Steckersolargerät

Was lange währt, wird endlich gut: Seit der offiziellen Übergabe produziert das Kur-Theater jetzt eigenen Solarstrom und reduziert damit seine Stromrechnung spürbar. Hennef Power e. V. hat den Betreibern des historischen Kinos im Zentrum ein Steckersolargerät mit einer Kapazität von 800 Watt – auch „Balkonkraftwerk“ genannt – gespendet.

Bereits im letzten August stellte Hennef Power die Spende in Aussicht, doch bevor Benz Solar die Installation vornehmen konnte, mussten die Elektroanlage des Lichtspielhauses ertüchtigt und eine Genehmigung für die Montage auf dem denkmalgeschützten Gebäude eingeholt werden.

Die beiden Solarpanele wurden auf der rechten Seite des Daches in Giebelnähe montiert. Vorgabe der Denkmalschutzbehörde waren schwarze Module und schwarze Unterkonstruktionen, damit die Anlage möglichst unauffällig bleibt.

Mit dem erzeugten Strom können jetzt unter anderem die Kühleinrichtungen, die Brandmeldeanlage, Computer und die Notbeleuchtung versorgt werden. Bei der Übergabe waren neben Heike Benz auch der Miteigentümer des Hauses Bernhard Bellinghausen, Ingo Teusch als Vereinsvorsitzender für das Kur-Theater und Marc C. Schmidt (Bild oben, v.l.n.r.) vor Ort.

Solarmodule auf dem Dach des Kur-Theaters

Hennef Power + Vortrag beim Klimaründchen Happerschoß

Vorträge beim Klimaründchen Happerschoß

Volles Haus im Vereinsheim am Pützemichplatz: Das Klimaründchen Happerschoß hatte zur Informationsveranstaltung unter dem Motto „Happerschoß goes green“ geladen und gut 30 Interessierte sind erschienen. Gleich dreimal war Hennef Power vertreten: mit Caspar Armster, Reinhart Brüning und Marc C. Schmidt.

Hennef Power + Vortrag beim Klimaründchen Happerschoß
Reinhart Brüning zur Nahwärmeversorgung
Hennef Power + Vortrag beim Klimaründchen Happerschoß
Caspar Armster stellt „PV total“ vor

Nach einer freundlichen Begrüßung durch Sibylle von Glasow und Elisabeth Neid stellte Elena Esser zunächst die Energieagentur Rhein-Sieg e. V. vor. Es folgte Marc, der die beiden Standbeine von Hennef Power, den gemeinnützigen Verein und die Bürgerenergiegesellschaft, die bisherigen Aktivitäten und geplanten Ziele präsentierte. Caspar erläuterte im Anschluss seinen extrem unterhaltsamen Vortrag „PV total“ und zeigte den Anwesenden, wohin Energieautarkie als Hobby führen kann.

Den krönenden Abschluss bildete das Thema „Nahwärmeversorgung“, wo Reinhart zunächst die Ergebnisse kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Hennef inklusive der Situation für Happerschoß und Heisterschoß erläuterte. Es folgte eine Erklärung zu den technischen Möglichkeiten von Einzellösungen bis zu Verbünden auf Basis von kalter Nahwärme. Zudem berichtete er von seinem fachlichen Austausch mit der Energieagentur Rhein-Sieg und der Option, Nahwärme als Forschungsprojekt der TU Berlin in den beiden Dörfern zu realisieren. Interessierte Mitstreiter zu dem Thema können sich einfach per E-Mail bei Reinhart melden.

Mit einer ausführlichen Fragerunde endete der erfolgreiche Abend. Wir danken dem Klimaründchen Happerschoß für die Einladung und Gastfreundschaft!

Hennef Power + PV total

PV total in Hennef

Es fing alles ganz harmlos an mit einem Balkonkraftwerk, was einen vom Sturm zerstörten Sonnenschutz ersetzt hat. Inzwischen ist das Haus, in dem die Familie von Caspar Armster wohnt, komplett mit Photovoltaik-Modulen bestückt und verfügt über eine Leistung von knapp 28 kWp.

Das Balkonkraftwerk als „Einstiegsdroge“

Zwei Glas-/Glas-Module mit jeweils 390 Wp passten perfekt in den Alurahmen, der zuvor noch ein Sonnensegel beherbergte. „Zu sehen, wie wir aus Sonnenlicht Strom ‚ernten‘ konnten – das war für mich wie eine Einstiegsdroge“, erinnert sich Caspar, der als technikaffiner Setdesigner auch den Verein dasdigidings e. V. mit ins Leben rief. Dann ging es weiter mit 19 Modulen mit 435 Wp, ausgerichtet Richtung Westnordwest und Nordnordost, auf dem Garagendach. Auch der Zaun trägt inzwischen 8 aufrecht montierte Glas-/Glas-Module mit jeweils 435 Wp. Dazu musste eine Speicherlösung her, die Caspar selbst baute, die „aber von einem Elektriker abgenommen wurde“ und mittlerweile eine Kapazität von 43,2 kWh umfasst.

Hennef Power + PV total
Hennef Power + PV total
Hennef Power + PV total
Hennef Power + PV total

Bleibt die ungewöhnliche Dachform. „Standardmodule wären ja ein Platzverschwendung“, sagt Caspar und machte sich auf die Suche nach alternativen Formen. Fündig wurde er bei einem Anbieter aus Italien und mit Unterstützung von WHE Systems aus Troisdorf wurden die unterschiedlichen TRIENERGIA-Module installiert. Das folgende Video vermittelt einen guten Eindruck der gesamten Anlage.

Hennef Power + PV total

Vortrag bei Green Drinks

Wer mehr über die Geschichte von „PV total“ erfahren möchte, der kann Caspar mit seinem sehr unterhaltsamen Vortrag am 26. März in der Meys Fabrik erleben: Dort findet die nächste kostenlose Green-Drinks-Veranstaltung zum Thema „Ständig unter Strom – von Photovoltaik bis zur Wärmepumpe“ statt. Schaut vorbei – es lohnt sich!

Hennef Power + PV und Wärmepumpe

Ständig unter Strom – von PV bis zur Wärmepumpe

Die gute Wärmepumpe hat unter der katastrophalen Kommunikation der Ampel-Koalition ziemlich gelitten. Trotzdem kann man auf lange Sicht mit ihr Geld sparen, denn sie ist sehr effizient und benötigt nach Herstellerangaben für die Produktion von zehn Kilowattstunden nutzbarer Wärme etwa zwei Kilowattstunden Strom. Gerade die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Speicher ist sie eine Lösung mit Zukunft.

Bei der nächsten Veranstaltung aus der Reihe Green Drinks wollen wir, gemeinsam mit der Energieagentur Rhein-Sieg rund um das Thema informieren und viele Fragen beantworten. Dazu haben wir am 26. März auch jede Menge Experten aus dem lokalen Handwerk in die Meys Fabrik eingeladen, mit denen die Besucher im zweiten Teil des Abends ins individuelle Gespräch kommen können.

Außerdem erklärt unser Mitglied Caspar, warum ein Balkon-Kraftwerk eine „Einstiegsdroge“ sein kann und wir stellen unsere (noch geheime) Aktion „Balkon-Power 2025“ vor. Los geht es um 18 Uhr – eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mehr Details unter https://www.green-drinks-hennef.de.

Hennef Power + Green Drinks

Foto © wirestock | Envato Elements Pty Ltd.

Hennef Power + Verschmutzte Photovoltaikmodule

PV-Modul-Reinigung – sinnvoll oder nicht?

Saharastaub, Blütenpollen oder Vogelkot – die Oberfläche von Photovoltaikmodulen ist einer Menge Verschmutzungsmöglichkeiten ausgesetzt. Klar ist, an verschmutzen Stellen kann weniger oder im schlechten Fall kein Sonnenlicht aufgenommen und in Strom umgewandelt werden. Also stellt sich die Frage, inwieweit eine – vielleicht sogar regelmäßige – Reinigung sinnvoll ist, um Verluste zu vermeiden. Und wenn ja, selber die Verschmutzung entfernen oder lieber den Profi beauftragen?

Wie leicht und schnell ein Photovoltaikmodul verschmutzt hängt unter anderem von seiner Oberfläche und dem Neigungswinkel ab, mit dem es montiert wurde. Auf vielen Schrägdächern reichen Regen und Schnee aus, um die meisten Verschmutzungen auf natürliche Weise zu beseitigen. Anders sieht es aber aus, wenn benachbarte Bäume für klebrige Pollen sorgen oder Saharastaub hinzu kommt.

Vor allem im Frühjahr und Herbst werden die feinen Partikel aus der Trockenwüste in Afrika zu uns transportiert und dann als Saharastaub abgeregnet. „Wenn das wie in diesem Jahr so kurz hintereinander passiert, kann sich eine richtige Kruste auf den Modulen bilden“, beobachtet Florian Reil, Schatzmeister bei Hennef Power und diplomierter Ingenieur.

Ausfälle wissenschaftlich untersucht

Florians früherer Arbeitgeber hat die Ertragsausfälle wissenschaftlich untersucht und am Standort Chennai (Indien) ohne Reinigung einen Rückgang um bis zu 2,3 Prozent, am Standort Tempe (Arizona/USA) um bis zu 3,7 Prozent, ermittelt. Hierzulande sind danach Ausfälle um 1,5 Prozent wahrscheinlich. Ob sich die Reinigung lohnt, lässt sich näherungsweise ausrechnen.

Ein Beispiel: Eine Dachanlage mit 10 kWp erzeugt rund 9.700 kWh pro Jahr. Bei kompletter Einspeisung bei rund 8 Cent pro kWh wären 1,5 Prozent Verlust rund 11 Euro pro Jahr. Werden aber nur rund 30 Prozent eingespeist (Verlust 3,50 Euro), dagegen aber 70 Prozent selbst genutzt (bei ca. 25 Cent pro kWh Ersparnis) läge der jährliche Verlust schon bei rund 29 Euro pro Jahr.

Reinigung: selbst oder durch den Profi

Wer die Verschmutzung selbst beseitigen will, sollte ein paar Dinge beachten: Zunächst sollte geklärt werden, ob die Modulhersteller bestimmte Reinigungsmittel ausschließen (siehe Betriebsanleitung). Dann sollten kalkarmes Wasser und weiche Bürsten oder Schwämme verwendet werden, damit die Oberfläche der Module nicht zerkratzt wird. Wichtig ist aber – besonders bei Dachmodulen – dass eine Reinigung via Leiter immer auch ein mögliches Unfallrisiko birgt.

Alternativ übernehmen die Reinigung auch professionelle Unternehmen. Wir haben die im Stadtgebiet ansässigen angefragt und so bietet die Firma MS Glas- und Gebäudereinigung GmbH an, jede Anlage vorab kostenfrei zu besichtigen und ein ebenfalls kostenfreies Angebot für die Reinigung abzugeben.

„Die Kruste auf meinen Modulen bekomme ich selbst nicht mehr herunter. Ich werde deshalb den Profi beauftragen“, sagt Florian Reil.

Foto © Hennef Power