Hennef Power + Green Drinks März 2026

Ab in den Speicher und auf die Straße

PV-Strom intelligent nutzen

Hennef Power + Green Drinks März 2026

PV-Anlagen-Besitzer kennen das: Die Anlage erzeugt prächtig Strom, nur gibt es im Haus aktuell dafür zu wenige Verbraucher. Einspeisen ist nicht unbedingt die wirtschaftlichste Lösung; wie die Energie also sinnvoll nutzen? Investition in einen Speicher und / oder in ein Elektroauto – darum ging es beim Green Drinks Hennef am 12. März.

Rund 60 Interessierte folgten der Einladung ins Funkens, wo sie von Elena Esser (Energieagentur Rhein-Sieg e. V.) begrüßt und durch den Abend geleitet wurden. Es folgten Marc Schmidt und Florian Reil (Hennef Power e. V.), die ein kurzes Update zu den Neuigkeiten im Verein gaben. So konnten Fördermittel für das Projekt „Junge Energie für Hennef“ und die geplante Agri-PV-Anlage „Söven 1“ eingeworben werden.

Außerdem gaben die beiden den Start von „Balkon-Power 2026“ bekannt. Der Verein wiederholt seinen erfolgreichen Gemeinschaftseinkauf für Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke) für Hennefer Bürgerinnen und Bürger. Die Aktion läuft vom 13. März bis einschließlich 18. April 2026; die Auslieferung der Geräte soll dann Mitte Mai erfolgen.

Hennef Power + Balkon-Power 2026

Die aktuellen Schwerpunkte beim Klimaschutz in Hennef stellte im Anschluss Johannes Oppermann (Umweltamt der Stadt Hennef) vor.

Dabei ging er auf das gerade fertig gewordene „Integrierte Vorreiterkonzept für eine treibhausneutrale Stadt Hennef 2040 und Kommunalverwaltung 2035“ ein. Das rund 300-seitige Werk besteht aus einem Berichtsteil mit Analysen, Potenzialen und Szenarien sowie einem umfangreichen Maßnahmenkatalog.

Weitere Themen waren die Kommunale Wärmeplanung, der Sachliche Teilplan Erneuerbare Energie sowie das Konzeptes zur Steuerung von Freiflächen- und Agri-Photovoltaikanlagen.

Hennef Power + Green Drinks März 2026

Stephan Herpertz, Energieberater von der Verbraucherzentrale NRW, referierte anschließend zum Thema „Energie auf Abruf: Batteriespeicher und bidirektionales Laden im Überblick“. Er gab einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Speichertechniken und thematisierte den noch undurchsichtigen rechtlichen Rahmen beim bidirektionalen Laden.

Als letzter Vortrag sprachen Caspar Armster und Marc Schmidt (Hennef Power e. V.) über „E-Mobilität in Theorie und Praxis.“ Als mehrjährige E-Auto-Fahrer gaben die beiden einen Einblick gleichermaßen in Fakten sowie persönliche Erfahrungen mit den Fahrzeugen.

Hennef Power + Green Drinks März 2026
Hennef Power + Green Drinks März 2026

Bei dem sehr unterhaltsamen Programmpunkt mit vielen Anekdoten konnten die beiden viele Publikumsfragen, z. B. auch zum Kauf von gebrauchten E-Autos, klären.

Abschließend bestand für die interessierten Gäste die Möglichkeit, sich rund zehn verschiedene Elektroautos genauer anzusehen, die von Mitgliedern von Hennef Power ausgestellt wurden. In Einzelgesprächen fand ein reger Austausch über die praktischen Erfahrungen und die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge statt.

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe „Green Drinks Hennef“ ist für den Herbst geplant; dann soll es voraussichtlich um die Nutzung von PV-Anlagen gehen, deren Förderung ausgelaufen ist. Mehr Infos künftig unter green-drinks-hennef.de.

Fünf Fakten über Elektroautos

  1. Elektromotoren haben den höchsten Wirkungsgrad, wenn es um die Energiemenge geht, die in Vortrieb umgesetzt wird (Otto 25%, Diesel 35%, Elektro 80-90%, Quelle: BMWi).
     
  2. Je mehr Leistung ein E-Motor hat, um so mehr kann er auch Energie durch Rekuperation zurückholen (z. B. Dacia Spring ca. 35%, Tesla Model Y ca. 40%, BMW i7 ca. 50%, Quelle: ADAC).
     
  3. Für die Reichweite auf Autobahnen ist bei E-Autos nicht der cw-Wert, sondern die Widerstandsfläche entscheidend.
     
  4. Auch gebrauchte E-Autos können attraktiv sein. Auf jeden Fall Batteriezertifikat (z. B. durch die DEKRA) verlangen; eine Wärmepumpe erhöht die Reichweite.
     
  5. Reichweitenangst unbegründet: Protokollieren Sie für einen Monat Ihre Fahrten – das Ergebnis wird Sie überraschen.

Linksammlung für E-Auto-Fahrer

Hennef Power + Balkon-Power 2026

Nächster Gemeinschaftseinkauf: Balkon-Power 2026

Hennef Power organisiert wieder einen Gemeinschaftseinkauf für Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke): Nach der ersten erfolgreichen Aktion steht das Team der Vereinsinitiative auch 2026 bereit, um Bürgerinnen und Bürger zu beraten, einen Einkauf zu Vorzugskonditionen zu organisieren und bei Bedarf auch bei der Installation zu helfen. Neben einem „Basispaket“ wird diesmal auf eine Lösung mit einem Speicher vermittelt, um noch effektiver Sonnenstrom zu „ernten“.

Beratung, Auslieferung und Montage: Hilfe rundherum

Rund 30 kWp zusätzliche Solarkapazität gingen im letzten Jahr bei „Balkon-Power 2025“ ans Netz und die sollen in diesem Frühjahr übertroffen werden – das ist das ehrgeizige Ziel von „Balkon-Power 2026“, dem Gemeinschaftseinkauf von Hennef Power. Es hat sich inzwischen rumgesprochen, je nach Ausrichtung, Montage und Nutzungsgrad können mit einem Balkonkraftwerk oder amtlich „Steckersolargerät“ ein deutlicher Betrag an Stromkosten eingespart werden; die einmalige Investition rechnet sich so bereits nach wenigen Jahren.

Ab sofort bis einschließlich 18. April 2026 können sie Interessierte über das Formular auf der Internetseite des Vereins melden und erhalten dann eine Beratung durch die Fachleute im gemeinnützigen Verein. Die Bestellung erfolgt dann individuell zu Sonderkonditionen beim ausführenden Händler. In diesem Jahr stehen alternativ zum Paket PV-Module, Wechselrichter und Montagematerial auch ein Speicher mit smarter Steuerung zur Auswahl. Mit diesem kann der Solarstrom auch dann verbraucht werden, wenn die Sonne einmal nicht scheinen sollte.

Alle Informationen und das Formular stehen hier zur Verfügung.

Hennef Power ++ Green Drinks mit Batteriespeicher und E-Autos

Green Drinks zu Batteriespeichern und E-Autos

Ab in den Speicher und auf die Straße: PV-Strom intelligent nutzen

Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erzeugt prächtig Strom, nur gibt es im Haus aktuell dafür zu wenige Verbraucher. Bleibt nur Einspeisen – oder ist es doch endlich Zeit, einen Speicher nachzurüsten? Oder vielleicht ein E-Auto anzuschaffen? Bei der nächsten Veranstaltung aus der Reihe Green Drinks erläutern Experten die Aspekte Wirtschaftlichkeit, Fördermöglichkeiten und praktische Vor- und Nachteile. Außerdem besteht für die Teilnehmer:innen am 12. März im „Funkens“ die Möglichkeit, E-Autos der Vereinsmitglieder anzusehen und teilweise eine kurze Probefahrt damit zu unternehmen.

Speziell bei älteren PV-Anlagen wurde – häufig aus Kostengründen – auf einen Speicher verzichtet. Somit blieb nur die Option, selbst erzeugten und nicht genutzten Strom ins Netz einzuspeisen. Doch inzwischen hat sich die Technik weiterentwickelt und die Preise sind drastisch gesunken. Bei Green Drinks am 12. März wird Stephan Herpertz von der Verbraucherzentrale NRW einen Überblick über aktuelle Batteriespeicher und bidirektionales Laden geben.

Informieren, diskutieren – und ausprobieren!

Überschüssiger Strom ist eines der Argumente, jetzt auf ein E-Auto umzusteigen. Zudem gibt es wieder neue Förderprämien und auch manch gebrauchtes Fahrzeug kann ein Schnäppchen sein. Caspar Armster und Marc Schmidt von Hennef Power werden Fakten vorstellen, mit Vorurteilen aufräumen und aus der Praxis berichten. Zudem werden mehrere Vereinsmitglieder ihre E-Autos ausstellen und den Interessierten ebenfalls für Fragen zur Verfügung stehen. Und teilweise ist sicher auch eine kurze Probefahrt möglich.

Außerdem wird das Umweltamt der Stadt Hennef die aktuellen Schwerpunkte beim Klimaschutz in Hennef vorstellen.

Zur nächsten Veranstaltung aus der Reihe „Green Drinks“ laden Hennef Power und die Energieagentur Rhein-Sieg am 12. März in das Speiselokal „Funkens“ ein. Wie immer besteht die Möglichkeit, an Stehtischen mit den Fachleuten ins persönliche Gespräch zu kommen. Los geht es um 18 Uhr – eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am 12. März 2026 um 18 Uhr
FUNKENs, Max-Planck-Straße 5 in Hennef
Veranstaltung im Rahmen der Reihe Green Drinks:
„Ab in den Speicher und auf die Straße: PV-Strom intelligent nutzen“
mehr Infos unter www.green-drinks-hennef.de.

Fotos © Fahroni & mstandret | Envato Elements Pty Ltd.

Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“

Vorbereitung: Projekt „Junge Energie für Hennef“

Mit dem Projekt „Junge Energie für Hennef“ sollen auch junge Menschen durch Hennef Power für erneuerbare Energien, Klimaschutz und bürgerschaftliches Engagement begeistert und aktiv in die Vereinsarbeit eingebunden werden. Schatzmeister Florian Reil hat die Idee entwickelt, ausgearbeitet und sich damit um das Förderprogramm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ der Landesregierung NRW beworben – und konnte damit die Entscheider im Rhein-Sieg-Kreis überzeugen.

Ende Oktober erreichte uns dann ein Zuwendungsbescheid: Der Kreis fördert das Projekt mit 1.000 Euro. Mit den Mitteln soll ein erstes Grundlagenkonzept und dessen Unterlagen erarbeitet werden, so dass mit der zweiten Schuljahreshälfte für eine Schule als Pilotprojekt innerhalb der OGS-Betreuung ein Schulungsangebot möglich wird. Nach Anschaffung erster Lehrmaterialien fand kurz vor Jahreswechsel noch ein erster Workshop statt, wo Ideen ausgearbeitet und getestet wurden.

Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“
Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“
Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“

Im Mittelpunkt standen dabei die Entwicklung moderner Schulungsunterlagen für eine dritte bzw. vierte Grundschulklasse mit OGS Workshops zu den Themen: Solarenergie, Windkraft, Biomasse und Elektromobilität. Kernbestandteil wird eine Informationsbroschüre, in der durch kindgerechte Illustrationen tatsächliche und perspektivische Bauten in Hennef und seinem Umland dargestellt werden.

Arbeitsblätter, Bastelanleitungen und Vortragsvorlagen für Lehrkräfte werden die Darstellungen aufgreifen. Als inhaltliche und gestalterische Unterstützung konnten die Hennefer Künstlerin und Illustratorin Anna Karina Birkenstock und der Verein dasdigidings e. V. gewonnen werden.

Hennef Power ++ Vorbereitungsworkshop Projekt „Junge Energie für Hennef“
Hennef Power + Freiflächenkonzept für Photovoltaikanlagen

Stellungnahme zum PV-Freiflächenkonzept

Die Stadt Hennef ist bestrebt, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und mit dem Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen und gegebenenfalls Agri-Photovoltaikanlagen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Konzept soll nach abschließendem Beschluss im Stadtrat ein Städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 1 Abs. 6 Nr. 11 BauGB darstellen, das bei künftigen Anträgen auf Einleitung von Bauleitplanungen für (nicht privilegierten) FFPV/AgriPV im Stadtgebiet als Entscheidungsgrundlage einzustellen und zu berücksichtigen ist. Im Vorfeld zu solchen Anträgen soll es als Orientierungs- und Entscheidungshilfe für Vorhabenträger und Grundstückeigentümer dienen.

Hennef Power e. V. (HP) begrüßt die Vorlage des Freiflächenkonzepts, den damit verbundenen wichtigen Schritt, um erneuerbarer Energien im Sinne des Klimaschutzes im Stadtgebiet auszubauen und dabei Transparenz und Bürgerbeteiligung ermöglicht. Im Hinblick auf das geplante Konzept nimmt HP wie folgt Stellung:

1. Regulierung und bürokratischer Aufwand bleibt hoch

Zwar enthält das Konzept eine Auswahl von Vorrangflächen, doch es bleibt ausdrücklich dabei, dass Vorhaben „innerhalb der Gebietskulisse“ weiterhin ein reguläres Baugenehmigungsverfahren durchlaufen müssen — mit Prüfungen zu Bodenschutz, Arten- und Naturschutz, Denkmalschutz etc.

Für einen Projekteigner heißt das: Der regulatorische Aufwand reduziert sich durch das Konzept zwar insofern, als man eine Vorauswahl hat, die wesentlichen Genehmigungs- und Planungsprozesse bleiben aber bestehen. Das kann insbesondere für kleine und mittlere Investoren abschreckend sein und die Realisierung verzögern oder verhindern.

So besteht die Gefahr, dass trotz guter Absicht letztlich nur sehr große oder institutionelle Investoren den Aufwand auf sich nehmen — was dem Ziel einer möglichst breiten Beteiligung am Ausbau der erneuerbaren Energien entgegensteht.

Vorschlag: Es wäre wünschenswert, wenn das Konzept ergänzend auch Maßnahmen vorsieht, um den bürokratischen Aufwand und die Planungsrisiken für kleinere Projektträger zu senken — Beispielsweise durch beraten­de Hilfe bei Genehmigungsverfahren, standardisierte Vorlagen für Umwelt- und Artenschutzgutachten oder durch Förderprogramme zur Deckung der Planungs- und Genehmigungskosten.

2. Änderung von Flächennutzungsplan/Bebauungsplan bleibt notwendiger Hindernis

Wie die Konzeptbeschreibung selbst ausführt, verbleibt für viele Flächen der Umweg über eine Änderung des Flächennutzungsplans und gegebenenfalls eines Bebauungsplans bestehen — insbesondere dann, wenn es sich nicht um „klassische Vorrangflächen“ handelt. 

Das bedeutet: Auch wenn eine Fläche auf der Vorrangkarte auftaucht, ist nicht garantiert, dass sie ohne langwierige Plan- und Genehmigungsverfahren genutzt werden kann. Dieser Umstand reduziert den praktischen Nutzen des Vorrangkonzepts.

Vorschlag: Es sollte darüber nachgedacht werden, unter welchen Bedingungen (beispielsweise bei nachgewiesener Unbedenklichkeit hinsichtlich Landschaftsbild, Sichtbarkeit und Bebauungsdichte) Abweichungen von der Flächennutzungs-/Bebauungsplanpflicht möglich sind — oder zumindest ein beschleunigtes Verfahren vorgesehen wird. So könnte das Konzept tatsächlich dazu beitragen, den Ausbau von PV-Freiflächen wirksam zu erleichtern.

3. Minimal- statt Maximalkonzept bei der Ergebniskarte

Bei dem Steuerungskonzept wurden die Bewertungen des Solarkataster NRW (unter Berücksichtigung privilegierter Flächen), das Konzept des Rhein-Sieg-Kreises sowie die durch die Stadt Hennef beauftragte Potenzialflächenanalyse für FFPV von Solarea zugrunde gelegt. 

Aus der Schnittmenge der drei Quellen wurde die Ergebniskarte zur räumlichen Steuerung gebildet. Diese Schnittmenge stellt das absolute Minimalergebnis dar und reduziert mögliche Potenzialflächen – und damit Ausbaumöglichkeiten – auf das absolute Minimum.

Vorschlag: Bei der Bewertung möglicher Potenzialflächen sollte nicht das Minimal-, sondern ein sinnvoller Kompromiss hin zum Maximalkonzept Anwendung finden. Das wäre auch der ohnehin vorhandenen Einschränkungen durch hohe Bodenwertzahlen dienlich.

4. Pauschale und willkürliche Abstandsregelungen

Als Kriterium für den Abstand von FFPV / AgriPV zu Siedlungen stützt sich, ausweislich der Beschlussvorlage des Ausschusses für Dorfgestaltung und Denkmalschutz vom 24.09.2024, das Szenario v2 der Solarea-Analyse. Danach sollen für Siedlungen ein Abstand von 200 Metern, für Splittersiedlungen ein Abstand von 100 Metern gelten. Danach ergibt sich nach v2 der Beurteilung von Solera ein Gesamtpotenzial von 546,9 ha, was rund 5,17% der Gesamtfläche Hennefs ausmacht.

Die angenommene Abstandsregelung ist aus Sicht von HP willkürlich und beschränkt ohne Not mögliche Ausbauflächen. Zum Vergleich: Das Solera-Szenario v3 ergibt 1.430,76 ha Potenzialflächen, was einem Flächenanteil von 13,53% entspricht. Somit werden fast zwei Drittel der potenziell geeigneten Flächen ausgeschlossen.

Zudem berücksichtigt eine starre Abstandsregelung keinerlei topographische Aspekte wie natürliche Geländestrukturen, Bäume oder Hügel und generell die optische Wahrnehmbarkeit von Anlagen. Zudem kommt es bei modernen Photovoltaikanlagen zu keiner Emission, die größere Abstände rechtfertigen würde.

Legt man die Abstandsregelung auch für die Errichtung von solarthermische Anlagen zugrunde – was im Rahmen einer Gleichbehandlung der Anlagentypen nahe liegt – würde ein Abstand von 200 Metern faktisch den Bau verhindern, da ihre unmittelbare Nähe zu den zu versorgenden Wärmenetzen zwingende Voraussetzung ist. Somit würde eine wichtige Komponente für die Entwicklung von Nahwärmenetzen auf dem Stadtgebiet von vornherein ausgeschlossen.

Vorschlag: Das Konzept sollte stärker auf Einzelfallbewertungen setzen, also die Möglichkeit eröffnen, Ausnahmen zu prüfen — insbesondere dort, wo durch topographische, bewachsene oder bauliche Gegebenheiten Sichtbeziehungen und Beeinträchtigungen faktisch nicht gegeben sind. Eine solche Flexibilisierung könnte die Anzahl der nutzbaren Flächen deutlich erhöhen und den Ausbau beschleunigen, ohne das Landschaftsbild unnötig zu belasten.

Hennef Power regt an, bei der Entwicklung eines abschließenden Konzeptes zur Steuerung von Freiflächen- und Agri-Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet die vorgetragenen Argumente zu berücksichtigen.

Screenshot © Stadt Hennef, OpenStreetMap & tetraeder.com

Hennef Power + Green Drinks November 2025

Sinnvolle Alternative: Gemeinschaftlich heizen

„Nahwärme als alternative Heizungsart“ lautete der Titel des zweiten Green-Drinks-Treffens in diesem Jahr. Knapp 60 Interessierte waren der Einladung von Hennef Power, der Energieagentur Rhein-Sieg und des Umweltamts der Stadt in die Meys Fabrik gefolgt, um sich mit fundierten Informationen rund am das gemeinschaftliche Heizen zu versorgen.

Hennef Power + Green Drinks November 2025
Hennef Power + Green Drinks November 2025
Hennef Power + Green Drinks November 2025

Nach der Begrüßung stellte Elena Esser kurz die Energieagentur Rhein-Sieg und deren Aktivitäten vor. Es folgte Marc C. Schmidt von Hennef Power, der einige Neuigkeiten aus dem Verein und deren Projekte vermeldete. Danach ging es fachlich weiter: Den Auftakt übernahm Sarah Einheuser vom Umweltamt der Stadt Hennef. Sie erläuterte die kommunale Wärmeplanung, die Besonderheiten des ländlichen Stadtgebietes, geeignete Bereiche für eine Nahwärmeversorgung und die so genannten Prüfgebiete.

Einen guten Überblick über das Thema Nahwärme gab anschließend Robin Siepker, Fachexperte Wärme & Gebäude von NRW.Energy4Climate. Er erklärte unter anderem die Unterschiede zwischen klassischen und kalten Nahwärmenetzen, deren theoretischen Aufbau und praktische Anwendungen, wie beispielsweise in der Ortsgemeinde Rech im Ahrtal. Das Netz wurde nach der Flutkatastrophe neu errichtet und die eingesetzten Sole-Wasser-Wärmepumpen im März 2024 in Betrieb genommen.

Hennef Power + Green Drinks November 2025
Hennef Power + Green Drinks November 2025
Hennef Power + Green Drinks November 2025

Anschließend stellte Vorsitzender Jörg Moser die Aktivitäten der Energie-Genossenschaft Overather Bürger vor. Am Beispiel einer gemeinschaftlichen Hybrid-Heizungsanlage für drei Einfamilienhäuser zeigte er, dass es auch außerhalb von Fern- oder Nahwärmegebieten Alternativen gibt, die zu signifikanten Ersparnissen und CO2-Vermeidung führen können.

Konkrete Ideen, Möglichkieten und Pläne für Hennef präsentierte Dr. Reinhart Brüning, Arbeitsgruppenleiter „Wärme“ bei Hennef Power. Dazu gehört beispielsweise der sukzessive Aufbau eines Nahwärmenetzes in Happerschoss und Heisterschoss. Außerdem rief er dazu auf, mit ihm gemeinsam auch in anderen Stadtteilen Leuchtturmprojekte zu entwickeln.

Abschließend nutzen die Teilnehmer die Möglichkeit, bei einem kostenlosen Getränk mit den Referenten und Vereinsvertreten im Dialog ausführlich noch offene Fragen zu klären. Die nächste Green-Drinks-Veranstaltung ist für das Frühjahr geplant; dann soll es um Elektroautos und Stromspeicher gehen. Mehr Infos in Kürze dazu unter green-drinks-hennef.de.

Fotos © Franziska Fischer und Marc C. Schmidt

Unsere neue Arbeitsgruppe: Ein Herz für Technik

Bei unserer Mitgliederversammlung im September haben wir die ersten beiden Arbeitsgruppen ins Leben gerufen: „Nahwärme“ und „Technik“. Letztere nennen wir – gleichermaßen respekt- wie liebevoll – unsere „Nerdgruppe“, denn hier versammelt sich ein beeindruckendes Fachwissen unter der Leitung von Marcus Brühl. Mit ihm haben wir ein Interview über die Ziele der Gruppe, typische technische Fehler und ihn persönlich geführt.

Marcus, als neuer Leiter der neuen Arbeitsgruppe Technik: Was habt Ihr mit der Gruppe vor?

Bei den offenen Mitgliedertreffen gab es immer auch Gespräche von technisch begeisterten Leuten, die sich dort ausgetauscht haben. Die fachliche Tiefe der unterschiedlichen Mitglieder ist schon enorm.  Da nicht alle Mitglieder an technischen Details in dieser Tiefe interessiert sind, wollten wir Raum für diesen Informationsaustausch schaffen. Da den Verein aber auch immer mehr technische Fragen erreichen, war dies Anlass diese Kompetenz zu nutzen um anderen zu helfen. Die Arbeitsgruppe Technik soll also einerseits Forum für eine fortwährende Weiterbildung der Mitglieder, als auch Kompetenzpool für Anfragen von außen sein. 

Wer kann sich Euch anschließen und wann trefft Ihr Euch?

Wir haben zur Koordination eine eigene WhatsApp-Gruppe, der jedes Mitglied des Vereins beitreten darf. Für externe Kommunikation haben wir die E-Mail-Adresse technik@hennef-power.de eingerichtet, so daß wir auch für Fragen von Nicht-Mitgliedern erreichbar sind. 

Aktuell treffen wir uns jeden ersten Mittwoch im Monat an wechselnden Orten – da wir uns zum Zeigen der eigenen (Solar-)Anlagen, Speicher und verbauter Technik auch bei den Mitgliedern treffen. Die Details werden dann in der WhatsApp Gruppe ausgetauscht. 

Wie könnt Ihr als Technik-Experten helfen – sprich mit welchen Fragen kann man sich an Euch wenden?

Durch die unterschiedlichen „Spezialitäten“ der Mitglieder decken wir ein sehr breites Wissensspektrum ab, so daß ich uns die Beantwortung aller Fragen, mit denen man an einen Elektriker herantreten würde, zutraue. Natürlich sind wir nicht in allen DIN Normen und VDE Anwendungsregeln sattelfest, dass bleibt den Fachleuten überlassen.

Der Erfahrungsschatz aus den diversen Projekten der Mitglieder ist nicht nur auf Elektrik beschränkt – zum Teil wurden auch Heizungstechnik und Dämmung optimiert, so daß wir auch zu diesen Themen und vor allem der Kombination dieser Themen – der Energieberatung – fundierte Aussagen treffen können. 

Was sind aus Deiner Erfahrung typische Fehler, die man beim Thema PV-Energie und Speicher machen kann?

Hauptsächlich Unterdimensionierung. Sehr oft wird die Anlage anhand des aktuellen Verbrauchs dimensioniert, ohne zukünftige Entwicklungen wie E-Auto und Wärmepumpe zu beachten. Man muss sich klarmachen, dass nur noch 1/3  der gesamten Anlagenkosten wirkliche Materialkosten sind: Im Einkauf kosten die Solarpanels aktuell rund 100 Euro pro kWp und auch Speicher ist schon für unter 100 Euro pro kWh zu bekommen.  Der Rest sind Installationskosten, von denen einige, wie z.B. das Gerüst, pauschal anfallen, und nicht von der Größe der Anlage abhängen.

Wenn man also schon an einem Projekt dran ist, kann man oft ein Drittel mehr Kapazität für 10 bis 20 Prozent Aufpreis bekommen. Wenn dann in Zukunft die Wärmepumpe und das E-Auto kommen, reden wir bei selbst produzierten 5 Cent pro kWh anstatt von eingekauften 30 Cent pro kWh von ganz anderen Dimensionen bei der Rentabilität. Ein mehr an Leistung jetzt macht also zukünftige Projekte günstiger.

Wegen des Installationsaufwands ist Speicher einfacher nachzurüsten als die Solarpanels – im Zweifel also mindestens „das Dach vollmachen“ – auch wenn der Rest der Anlage erst später an die Dimensionen angepasst wird. 

Was ist dein persönlicher Hintergrund, der Dich für das Thema Technik so begeistert?

Ich bin seit über 30 Jahren als Berater in der Energiewirtschaft tätig: Angefangen habe ich als  (Kölner!) Diplomand bei den Stadtwerken Düsseldorf und bin seitdem in allen Bereichen der Branche unterwegs. Das ist aber zum Teil ein frustrierendes Geschäft, da sich die großen Player nur sehr träge von Ihrem „Stammgeschäft“ lösen.

Meine „persönliche Energiewende“ ist die sehr zufriedenstellende Kompensation für die erlebte mangelnde Flexibilität im Beruflichen. Ich habe in den letzten fünf Jahren die gesamte Umrüstung meines Hauses auf Solar, Wärmepumpe und E-Auto ohne externe Hilfe vollzogen. Das bedeutete viel Lernen und Umdenken, aber auch das Wissen, dass die Energiewende vor allem der wirtschaftlich sinnvolle Weg ist. 

Elektrizität ist das flexibelste Energiemedium, das wir kennen, und Technik lässt uns alles damit machen.  In einem 500-Watt-Solarpanel sehe ich ein Ölfass, das in den nächsten 20 Jahren 1.000 Liter Öl abgibt, die Wärmepumpe macht daraus Wärme für 4.000 Liter Öl, das E-Auto  bringt mich damit 60.000 km weit. Günstiger geht es nicht – und das von meinem Dach – für 50 Euro.

Was für mich im Kleinen funktioniert skaliert auch ins Große – die Technik dafür ist da und bezahlbar. Man muss es nur machen!

Foto © anatoliy_gleb | Envato Elements Pty Ltd.

Wärme gemeinsam denken

Lohnen sich Nahwärmenetze in Hennef?

Heizen wir bald gemeinsam? In Hennef rückt diese Frage in den Mittelpunkt: Der neue Wärmeplan zeigt, wo Nahwärmenetze möglich wären – und welche Dörfer noch prüfen müssen, ob eine zentrale oder dezentrale Lösung besser passt. Während das Zentrum bereits als potenziell geeignet für ein Nahwärmenetz eingestuft wurde, ist die Situation in den umliegenden Ortschaften differenzierter. Die Dörfer Happerschoß, Heisterschoß, Bröl, Allner, Uckerath und Blankenberg gelten als sogenannte Prüfgebiete. Was heißt das konkret? Kann sich auch dort eine gemeinschaftliche Wärmeversorgung lohnen und was ist die beste Art zu heizen in den übrigen Dörfern?

Der neu erstellte Wärmeplan unterscheidet zwischen sogenannten Wärmenetzgebieten und Prüfgebieten. Wärmenetzgebiete sind Bereiche, in denen die Gebäudedichte und der Wärmebedarf so hoch sind, dass sich ein Nahwärmenetz voraussichtlich besonders effizient betreiben ließe. Prüfgebiete dagegen sind Orte, bei denen noch unklar ist, ob eine zentrale Lösung (beispielsweise ein Nahwärmenetz) oder dezentrale Heizungen wirtschaftlich sinnvoller sind. Dort braucht es genauere Untersuchungen. Ein Nahwärmenetz bedeutet, dass mehrere Gebäude über ein gemeinsames Leitungssystem mit Wärme versorgt werden – zum Beispiel aus einer zentralen Wärmepumpe.

Von Einzelanlagen zu Dorflösungen

Fest steht: Die Möglichkeiten reichen von kostengünstigen Sammelbestellungen von Wärmepumpen über kleine Nahwärmenetze für wenige Haushalte bis hin zu umfassenden Lösungen für ganze Ortschaften. Doch welche Option ist die richtige? Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab – baulichen Gegebenheiten, Verbrauchsprofilen, technischen Lösungen – und nicht zuletzt von den Kosten für die Beteiligten.

Für Happerschoß und Heisterschoß liegt bereits eine erste technische Einschätzung vor. Professor Giel von der Hochschule Mainz, Experte für Wärmenetze, sieht dort gute Voraussetzungen – sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Aber: Eine seriöse Entscheidung ist nur möglich, wenn vorher geklärt ist, was konkret machbar ist – technisch, finanziell und sozial.

Initialstudie: Grundlage für tragfähige Entscheidungen

„Genau hier kommt eine sogenannte Initialstudie ins Spiel. Sie beleuchtet mögliche Varianten: etwa ein Nahwärmenetz mit oder ohne zentralem Wärmeerzeuger, aber zum Vergleich auch dezentrale Einzellösungen“, erläutert Dr. Reinhart Brüning, Leiter der Arbeitsgruppe Nahwärme bei Hennef Power. „Eine solche Studie vergleicht Investitionen, Betriebskosten und Klimawirkung – und liefert belastbare Daten für eine fundierte Empfehlung für jedes Dorf oder jede Siedlung separat.“

Wie rentabel und umweltfreundlich ein Wärmenetz wirklich ist, hängt auch sehr davon ab, wie viele Haushalte sich anschließen. Doch eine Beteiligung kann niemand auf Zuruf zusagen. Dafür braucht es Transparenz und belastbare Informationen. Die angestrebte Initialstudie liefert diese Daten. Danach ist der Moment, um gezielt auf die einzelnen Haushalte zuzugehen, das Projekt zu erläutern und deren Beteiligungsbereitschaft abzufragen.

Einladung zur Informationsveranstaltung in der Meys Fabrik

Um allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern das breite Spektrum an Möglichkeiten vorzustellen, lädt die Hennef Power gemeinsam mit dem Umweltamt der Stadt Hennef und der Energieagentur Rhein-Sieg e. V. herzlich ein:

Am 25. November 2025 um 18 Uhr
Meys Fabrik, Hennef
Veranstaltung im Rahmen der Reihe Green Drinks:
„Heiße Sache: Nahwärme als alternative Heizungsart“
mehr Infos unter www.green-drinks-hennef.de.

Dort werden die unterschiedliche Arten von Wärmenetzen erläutert, reale Projektbeispiele gezeigt und vorgestellt, was eine Initialstudie leisten kann.

Foto © TomsonDima | Envato Elements Pty Ltd.

Mitgliederversammlung bestätigt Vorstände

Gut ein Viertel der Mitglieder waren gestern Abend zur jährlichen Mitgliederversammlung von Hennef Power e. V. am frühen Abend erschienen. Treffpunkt war Funkens Speiselokal, wo der Vorsitzende Marc C. Schmidt die Teilnehmer begrüßte.

Die Agenda umfasste unter anderem den Jahresbericht des Vorstands, den Kassen- und Finanzbericht und die aktuellen Tätigkeiten und Planungen des gemeinnützigen Vereins. Dazu gehörte die Fortsetzung der erfolgreichen Aktion „Balkon-Power 2025“, die Vergabe eines zweiten Stipendiums sowie die kommenden Veranstaltungen der Green-Drinks-Reihe.

Die Versammlung diskutierte neue Aktivitäten und Ideen und gründete erstmals zwei Arbeitsgruppen zu den Themen „Nahwärme“ und „Technik“. Als Vorsitzende wurden Reinhart Brüning und Marcus Brühl gewählt.

Außerdem wurden erstmals vier Mitglieder als Beisitzer gewählt, die als Bindeglied zum eigenständigen Wirtschaftsbetrieb die Kommunikation verbessern sollen. Die Vorstände Marc C. Schmidt, Bernd Momma und Florian Reil wurden ebenfalls einstimmig für zwei weitere Jahre in ihrem Amt bestätigt.

Hennef Power beim Hennefer Stadtfest 2025

Gute Gespräche beim Hennefer Stadtfest

Am dritten Wochenende im September ist in Hennef Ausnahmezustand. Kirmes auf dem Marktplatz und rund 200 Stände auf der auf 900 Metern gesperrten Frankfurter Straße: Hennefer Stadtfest. Auch dieses Jahr kamen wieder mehrere zehntausend Besucher und – Hennef Power erstmalig mit einem eigenen Infostand mit darin.

Hennef Power beim Hennefer Stadtfest 2025
Hennef Power beim Hennefer Stadtfest 2025
Hennef Power beim Hennefer Stadtfest 2025

Unsere engagierten Mitglieder informierten von Freitag bis Sonntagabend die Interessierten über unsere Aktivitäten: Von der Vereinsidee selbst über unsere Projekte wie „Bödingen 1“ (Sibilla Hospiz) und unser Agri-PV-Kraftwerk „Söven 1“, über die gespendeten Balkon-Kraftwerke und der organisierte Gemeinschaftseinkauf, bis hin zu den Infoveranstaltungen wie Green Drinks.

Hennef Power beim Hennefer Stadtfest 2025
Hennef Power beim Hennefer Stadtfest 2025
Hennef Power beim Hennefer Stadtfest 2025

Dabei führten wir zahllose gute Gespräche, führten angeregte Diskussionen und konnten sogar neue Mitglieder gewinnen. Vielen Dank allen Mitgliedern, die uns so tatkräftig präsentiert haben. Und wir sind ziemlich sicher, dass wir auch bei nächsten Stadtfest wieder dabei sind.